Alexander Henß
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20. August 2026

Die Unruhe

Ein Zittern in meinen Händen, das unterschwellig schon lange da ist. Ein Satz hat sich heute wie eine Beleidigung angefühlt, und das Zittern wurde stärker.

Ich habe es erst nur in den Händen gespürt, dann auch in den Beinen und an anderen Stellen in meinem Körper. Es hat sich ausgebreitet, als ich es wahrgenommen habe.

Doch obwohl mein ganzer Körper gezittert hat, habe ich mein Herz als ruhigen, warmen Ort wahrgenommen. Ich habe es leise rufen hören unter dem ganzen Lärm.

Ich stelle mir das gerade so vor, dass das Wasser in einem Glas durch eine Erschütterung wackelt und es einfach nur ein bisschen Zeit braucht, um wieder zum Stillstand zu kommen.

Durch meinen Atem habe ich mein Herz noch mehr wahrgenommen und darin einen sicheren Hafen gefunden, einen Anker. Nach ein paar tiefen Atemzügen, mit jedem Ausatmen ein kleines bisschen mehr Entspannung, hat sich das Zittern in ein Kribbeln geändert.

Das fühlte sich nicht mehr bedrohlich an, sondern angenehm. Gedanken wie, das könnte Lebensenergie sein, kamen mir in den Sinn, und ich habe angefangen, das Ganze zu genießen.

Das hat nicht lange gehalten. Es kamen Stimmen von, das fühlt sich zu gut an, das darfst du so nicht fühlen. Und eine ganz laute Stimme: das bringt doch eh nichts, jetzt fühlst du dich zwar gut, aber das ist gleich wieder vorbei.

Ich habe die Musik genossen und war für einen Moment einfach nur da. Alles andere wurde leiser, und die Musik konnte durch mich fließen.